SC Kirchseeon gewinnt den Schnellschach-Landkreispokal 2022 !

An diesen 17. September 2022 werden wir uns sicher noch lange erinnern: Erstmals seit vielen Jahren gewann überraschenderweise nicht der Seriensieger Schachunion Ebersberg-Grafing den Schnellschach-Landkreispokal, sondern die 4er-Mannschaft des Schachclubs Kirchseeon! Und das auch noch passend zu einem mindestens dreifachen Jubiläum: Im Rahmen des 75. Landkreissportfestes hatte die SU Ebersberg-Grafing im altehrwürdigen Gasthof Huber in Oberndorf bei Ebersberg zur insgesamt 40. Auflage des Schach-Landkreispokals eingeladen, wie Ingrid Golanski (Kreisvorsitzende des BLSV) und Turnierleiter Georg Schweiger (Ebersberg) in ihren Begrüßungsansprachen noch einmal besonders hervorhoben. 40 Jahre alt wird in diesem Jahr aber auch der Schachclub Kirchseeon, dem es zur Feier des Tages tatsächlich gelungen war, die unter den derzeitigen Bedingungen wohl stärkstmögliche Aufstellung an den Start zu bringen. Das war nicht selbstverständlich, schließlich wurde der Turniertermin erst im Juli kurzfristig anberaumt, als die Vereine ihren Spielbetrieb nach der langen Corona-Pause gerade wieder in Gang gebracht hatten.

So fuhr also ein Dream-Team mit Philipp Biedenkopf, Stefans Kasims, Herbert Niedergesäß (unser Schnellschach-Vereinsmeister 2022) und Christian Langer am Samstagmorgen ins schöne Oberndorf. Zu spielen waren 5 Runden gegen unsere Nachbarvereine aus Zorneding, Vaterstetten, Poing, Markt Schwaben und Ebersberg-Grafing, die ebenfalls an allen Brettern gut besetzt waren. Überraschenderweise gelang uns ein Traumstart mit zwei 4:0-Siegen gegen Zorneding und Vaterstetten, mit so einem klaren Ergebnis hatten wir selbst am allerwenigsten gerechnet – schließlich waren alle Partien hart umkämpft. In der dritten Runde ging es dann gegen die Titelverteidiger der SU Ebersberg-Grafing, die zuvor bereits einen Punkt abgegeben hatten und daher auf Sieg spielen mussten. und fast wäre hier schon eine Vorentscheidung gefallen: Unsere Jungstars Philipp und Stefans lieferten an Brett 1 und 2 gegen Arthur Gil und Georg Schweiger eine Meisterleistung ab und brachten uns 2:0 in Führung, der Mannschaftssieg war zum Greifen nah, auch noch nachdem Herbert an Brett 3 sich geschlagen geben musste. Denn im Duell der beiden Christians (Langer – Peter) an Brett 4 stand der Ebersberger mit Schwarz unerwartet stark unter Druck und verteidigte sich mit Mühe gegen einen konzentrierten weißen Angriff auf der f-Linie. Sein friedlich in der Ecke des Turniersaals auf der Decke ruhender braver Hund konnte ihm dabei selbstverständlich nicht aktiv helfen, jedoch die gegnerische Nervenschwäche: Christian Langer versäumte es zum Leidwesen seiner Kirchseeoner Mannschaftskollegen, die Stellung z.B. durch Damenabtausch zu vereinfachen, und spielte weiter auf Königsangriff, bis er dann in Zeitnot die Übersicht verlor und den Vorteil vergab. Somit erreichten wir „nur“ ein 2:2, verteidigten aber immerhin die Tabellenführung.

Die Mittagspause kam nach drei anstrengenden Runden genau zur rechten Zeit, um durchzuschnaufen und Kräfte zu sammeln. Nicht zufällig bestellten die meisten Teilnehmer dann im Gasthof Huber auch den leckeren „Fitmacher-Salat“, der hielt, was er versprach.

Weiter ging es dann in der vierten Runde gegen Markt Schwaben, und tatsächlich konnten wir unseren Lauf fortsetzen. An den ersten zwei Brettern wurde es zwar am Schluss diesmal eng, und Stefans Kasims verlor seine Partie im Endspiel noch, doch dann Philipp Biedenkopf machte in letzter Minute den wichtigen Punkt zum 3:1 klar. Die letzte Runde gegen Poing versprach nochmal Hochspannung, denn dieses eingespielte Team ist immer für einen Podiumsplatz gut und erlaubt keine Nachlässigkeiten. Doch an diesem Tag gelang uns tatsächlich fast alles: Schnell stand es durch Siege von Herbert und Christian 2:0, damit war die Sache praktisch gelaufen. Als Zugabe gewann dann auch Stefans, und Philipp „Mr. 100 %“ krönte sich mit seinem letzten Sieg an Brett 1 zum ungeschlagenen Schachkönig des Turniers.

Dank der rührigen Organisatoren um Georg Schweiger (vielen Dank nochmal!) gab es dann bei der Siegerehrung echte Goldmedaillen und Siegerurkunden für uns, sowie ein schönes Foto mit dem Wanderpokal (wird noch nachgeliefert). Ein tolles Turnier in familiärer Athmosphäre, die uns offensichtlich zu Höchstleistungen beflügelte. „An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit“ (Die Toten Hosen, die auch gerade 40jähriges Jubiläum gefeiert haben). Wen störte da noch das schlechte Wetter am ersten Wiesn-Wochenende? Prosit!